Tony Iommi „From the Dark“: Der Riff-Meister meldet sich aus der Dunkelheit zurück

Ein Jahr nach dem letzten Black-Sabbath-Konzert hätte man Tony Iommi den Ruhestand gegönnt. Er hat sich stattdessen wieder Riffs vorgenommen. Am 23. Oktober 2026 ist bei BMG „From the Dark“ erschienen, sein erstes Soloalbum seit mehr als zwanzig Jahren. Es ist kein Nostalgie-Trip geworden, sondern eine Platte, die ordentlich Druck macht.

Acht Songs, eine Mission

„From the Dark“ hat acht Stücke und dauert etwas über 42 Minuten. Iommi geht es dabei bewusst entspannt an. „Wir versuchen nicht, irgendetwas zu beweisen“, sagte er sinngemäß zur Ankündigung. Trotzdem merkt man jeder Nummer an, wer hier die Gitarre spielt. Schon der Opener „Over the Violent Sun“ setzt mit einem tief gestimmten, schiebenden Riff ein, das sofort nach Iommi klingt. Danach geht es mit „Black Times“ ohne Pause weiter.

Die Band hinter dem Meister

Am Mikrofon steht der norwegische Sänger Jørn Lande, der an allen Songs mitgeschrieben und sämtliche Texte verfasst hat. Laut Iommi passt der Albumtitel einfach zur Stimmung, die Lande in den Lyrics eingefangen hat. Am Bass spielt Becky Baldwin, am Schlagzeug sitzt Karl Brazil. Produziert hat Iommi zusammen mit seinem langjährigen Partner Mike Exeter. Und es gibt einen prominenten Gast: Queen-Gitarrist Brian May steuert in „Death Wake“ ein Solo bei. Zwei Gitarrenlegenden auf einem Track, das ist für Fans ein echtes Highlight.

„World Alone“: Riffs im Dystopie-Look

Die erste Single „World Alone“ kam schon Ende Juli. Ihre Premiere war passend in Birmingham, Iommis Heimatstadt, nur ein paar Schritte von der Black Sabbath Bridge entfernt. Der Song ist schnell, voller Riffs und Soli, und Lande singt ihn mit viel Pathos. Das Video spielt in einer retrofuturistischen Dystopie. Die Hauptfigur „The Believer“ gerät in ein verdrehtes Videospiel und muss darin um ihr Leben kämpfen.

Tony Iommi – „World Alone“ (Official Video) auf YouTube ansehen

Im September folgte „Stormwatcher“, ein ausladendes Stück mit Bildern von der See und von neuen Horizonten.

Doom, Heavy Metal und eine Prise Power Metal

Consequence hebt in seiner Besprechung vor allem die klassischen Sabbath-Bezüge hervor, besonders die mächtigen Riffs, die die Band in den Achtzigern und Neunzigern gespielt hat. Dazu kommen Doom, traditioneller Heavy Metal und Elemente des US-Power-Metal. Nicht alle sind begeistert: Ein Nutzer auf AllMusic hält das Album für überflüssig. Ein anderer feiert Iommi dagegen als „Riff Master“, der hier seine beste Arbeit seit Langem abliefere.

Für Sammler und Kinogänger

Wer Vinyl mag, bekommt eine Doppel-LP mit 45 Umdrehungen. Das Deluxe-CD-Mediabook hat zwei Bonustracks, „Scent of Dark“ und eine verlängerte Fassung von „Deified“. Ab dem 28. Oktober läuft außerdem der Konzertfilm „Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning“ im Kino. Für Iommi-Fans wird der Herbst also ziemlich dunkel, im besten Sinne.

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